Episodenmitschrift: Aus dem Gefängnis befreit
- Erzähler: "Wird befinden uns auf dem Kanal, zwischen England und Frankreich im Juli des Jahres 2089."
Bootsmann Seb kommt an Deck und spricht mit Nick.
- Bootsmann Seb: "Alles klar?"
- Nick: "Keine Probleme, Bootsmann. In einer Stunde werden wir Land seh'n."
- Bootsmann Seb: "Hrm."
Henry sitzt beim Chefkoch an Deck und schält Kartoffeln.
- Chefkoch: "Was soll den das?"
- Henry: "Sie haben gesagt, ich soll sie schälen."
- Chefkoch: "Klar habe ich dir das befohlen, aber du massakrierst sie. Wenn du so weiter machst, verhungern wir noch vor'm Ende der halben Reise."
- Henry: "Und wir kommen in keinen Hafen, bevor wir Afrika erreichen?"
- Chefkoch: "Ja wo denkst du den, kriegen wir unser'n Ersatz und die Fracht, hä? Mit diesem alten Pott halten wir uns so dicht an Land, wie's irgend möglich, hehe."
Will kommt an Deck und gesellt sich zu Henry.
- Will: "Sieht aus als gingen wir in Frankreich erstmal an Land. Dann nichts wie weg von diesem Schiff."
- Henry: "Ich hoffe das wir glück haben, es wird garnicht so leicht sein."
- Bootsmann Seb: "Hey, ihr Landratten. Ihr werdet unten erwartet."
Henry und Will erreichen die Kajüte des Kapitäns.
- Bootsmann Seb: "Da sind die beiden, Kapitäns.
- Will: "Kapitän Curtis!"
Will zieht die Zeichnung hervor.
- Will: "Es ist Kapitän Curtis."
- Henry: "Wir... wir dachten... wir wär'n auf dem falschen Schiff."
- Kapitän Curtis: "Ich bin Curtis.
Kapitän Curtis nimmt sich sein Glas vom Tisch und setzt sich in seine Koje.
- Kapitän Curtis: "Habt ihr nicht vielleicht irgendwas für mich? Geld?"
Will öffnet den Geldbeutel und legt diesen auf den Tisch, sodass ein paar Münzen daraus rutschen.
- Kapitän Curtis: "Ist das alles?"
- Will: "Das ist alles, was wir erhielten."
- Kapitän Curtis: "Geht wieder an Deck."
- Will: "Ozymandias sagte, sie würden uns französisches Geld geben."
- Kapitän Curtis: "An Deck!... sagte ich."
- Will: "Er sagte, sie geben uns französisches Geld."
- Henry: "Komm schon, Will."
- Will: "Woher krieg'n wir dann zu essen und so?"
- Kapitän Curtis: "Was fragst du mich das, Junge? Was tut, wenn ihr an Land seit, ist eure Sache. Wisst ihr wie gefährlich das für ich ist, ständig Verrückte wie euch da rüber zu bringen? Und ihr wollt noch Geld von mir. Geht sofort rauf an Deck oder ihr seht Frankreich garnicht."
- Will: "Das ist nicht redlich!"
- Henry: "Will..."
Man hört, wie ein Dreibeiner sein Signal ertönen lässt... Bootsmann Seb betritt die Kajüte.
- Bootsmann Seb: "Dreibeiner Kapitän."
- Kapitän Curtis: "Wenn die zu seh'n sind, das sind die schwarzen Garden nicht weit. Bleibt hier! Ihr habt verstanden? Seid still!"
Kapitän Curtis verlässt die Kajüte und begibt sich an Deck zu Bootsmann Seb. Beide sehen in der ferne zwei Dreibeiner die rasend schnell über das Meer gleiten.
- Kapitän Curtis: "Von der französischen Seite."
- Bootsmann Seb: "Ja... machen ziemliche Fahrt."
Jemand ruft "Kapitän" vom anderen ende des Decks. Am Horizont erscheint ein Schiff der Schwarzen Garde.
- Kapitän Curtis: "Folgen sie ihm, Bootsmann. Und sorgen sie dafür das die beiden unten bleiben."
Bootsmann Seb begibt sich in die Kajüte des Kapitäns.
- Bootsmann Seb: "Los! Kommt! Raus!"
Er geleitet die beiden Jungs in den Gefangenenbereich, wo unzählige Vaganten inhaftiert sind.
- Will: "Vaganten..."
- Henry: "Aha..."
- Bootsmann Seb: "Jetzt ganz still. Und kein mucks. Sonst erlebt ihr was. Macht euch unsichtbar."
Die Garde hat bereits das Schiff betreten.
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Ihre Leute Kapitän, ihre ganze Mannschaft sind alle an Deck, ja?"
- Kapitän Curtis: "Die meisten."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Sie wollen nach Afrika?"
- Kapitän Curtis: "Mit zehn Zwischenlandungen."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Wovon die erste, wie ich sehe, in meinen Hafen führt."
- Kapitän Curtis: "Um Fracht und Vaganten abzuladen."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Natürlich. Ich würde es bedauern, wenn sie so schnell Schwierigkeiten bei einer so langen Reise hätten, Kapitän."
- Kapitän Curtis: "Ich will keine Schwierigkeiten."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Dann halten sie mich hier nicht zum Narren. Diese Handvoll von Leuten segelt doch kein Schiff wie dieses nach Afrika. Und sie haben keine Erlaubnis ihre Crew in einem französischen Hafen zu ergänzen."
- Kapitän Curtis: "Ich habe genug Leute."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Sprechen wir von ihrer Erlaubnis. Ich habe die Vollmacht, dieses Schiff zu durchsuchen, Kapitän, vom Deck bis zum Kiel, ja?"
- Kapitän Curtis: "Ich hab' nichts zu verbergen."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Mir geht es nur um zwei englische Ausreisser, nichts sonst. Wir verstehen uns wohl?"
- Kapitän Curtis: "Alle Leute an Deck, Bootsmann."
Es stehen nun alle Crewmitglieder an Deck, auch Will und Henry. Der Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant) spricht zu den Anwesenden.
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Es sind irgendwelche Ausreisser hier. Es kann ja sein, das sie gegen ihren Willen hier sind. Ist ja schon vorgekommen. Wer hier gegen seinen Willen ist, der soll vortreten. Er hat nichts zu beführten. Es wird ihm nichts gescheh'n."
Der Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant) läuft die Staffel ab und findet dabei zwei Jungs, die ohne Kappe sind.
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Dieser hier! Natürlich wussten sie nichts, Kapitän."
- Kapitän Curtis: "Die haben mich nach einem Job gefragt, ich hatte keine Leute."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Seien sie froh. Ich war auf der suche nach zwei Ausreissern, zwei Ausreisser wurden gefunden. Ich traue ihnen nicht, Kapitän. Ich wünsche, das sie meinen Hafen, so schnell wie möglich verlassen. Sie werden ihre Fracht entladen und nehmen sie das an Board, wofür sie beauftagt sind. Wenn sie aber nicht mit der nächsten Flut sofort auslaufen, dann beschlagnahme ich das Schiff. Guten Tag, Kapitän."
Der Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant) verlässt das Schiff.
- Kapitän Curtis: "Habt ihr's gehört?!"
- Bootsmann Seb: "Was ist mit den andern beiden?"
- Kapitän Curtis: "Runter bringen! Wir sind jetzt unterbesetzt. Ich wünsche sie nicht mehr zu sehen, bis wir aus dem Hafen raus sind."
Es ist Nacht. Kapitän Curtis besteigt das Beiboot.
- Kapitän Curtis: "Machen sie das Schiff zur ausfahrt bereit. Dann bringen sie die Vaganten an Land, wir warten noch auf neue Vorräte."
- Nick: "Aye aye, Kapitän."
Will und Henry sitzen wieder in ihrem Gefängnis, unter Deck, bei den eingesperrten Vaganten.
- Will: "Glaubst du, das Curtis abgehauen ist? Und wenigsten sind wir zusammen."
- Henry: "Was wird aus den beiden andern?"
- Henry: "Was sollen wir mit dem Zeug noch?"
- Will: "Alle andern sind an Deck, ja?... und los! Seh'n wir mal nach, was hier drin ist. Da muss irgendwas sein."
Arbeiter schleppen hektisch an Deck, Kisten und Waren umher.
- Nick: "Irgendwann fliegt das Ding mal auf. Rechtzeitig abhau'n."
Henry und Will haben ein Werkzeug entdeckt, mit dem sie die Türe aufbrechen, die sie an ihrer Flucht hindert. Sie entkommen der Kammer und finden ein zweites Beiboot. Mit diesem rudern sie an Land.
- Bootsmann Seb: "Und vergessen sie das Wasser nicht. Da, zu dem anderen."
- Unbekannte Person (A) im Hafen: "He, komm mal rüber!"
- Unbekannte Person (B) im Hafen: "Was' den los?"
- Bootsmann Seb: "Wir wär'n dann soweit Kapitän. Alles klar. Das letzte mal war'n sie aber billiger. Ihr Burschen glaubt wohl, ihr könnt uns das Fell über die Ohren zieh'n."
- Händler im Hafen: "Die Preise sind vorgeschrieben."
Henry und Will kommen in der Stadt an und versuchen sich vor den Personen in der Stadt zu verstecken.
- Unbekannte Person (A): "Gib' mir noch einen, ich bin so durchgefroren."
- Unbekannte Person (B): "Da wüsst ich was besseres, zum warm werden."
Unbekannte Person (A) & (B) lachen.
- Henry: "Dann wäre dies also Calais."
- Will: "Muss es sein. Komm, weiter!"
- Schwarzer Gardist: "<irgendwas_französisches (01)>"
- Will: "Weg hier!"
Will und Henry versuchen zu fliehen. Sie werden von mehreren schwarzen Gardisten verfolgt und umzingelt.
- Schwarzer Gardist: "<irgendwas_französisches (02)>"
- Henry: "Was sagt er den?"
Sie werden auf das Revier abgeführt.
- Gehilfe (A) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (03)>"
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (04)>. Wieso seit ihr hier? Euer Boot ist ausgelaufen. Ihr wart auf der Orion, ja? <irgendwas_französisches (05)>."
Gehilfe (B) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant) überprüft, ob die beiden eine Kappe tragen.
- Gehilfe (B) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (06)>"
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "So! Nicht geweiht. Ausreisser von England. Würdet ihr mir sagen, warum?"
- Will: "Wir befürchteten, das man uns weiht."
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Da ist nichts zu beführchten. Ihr werdet geweiht, gleich morgen. Der Dreibeiner ist hier. So ist das Gesetz. <irgendwas_französisches (07)>"
- Gehilfe (A) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (08)>"
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Haha... Mut hab ich immer sympatisch gefunden. In diesem Fall, ist er falsch geleitet. Und morgen werdet ihr versteh'n und dankbar sein. Ich sehe euch also morgen wieder. <irgendwas_französisches (09)>""
- Gehilfe (A) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (10)>"
- Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (11)>"
Der Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant) verlässt das Revier. Will und Henry werden in das Verlies verbracht.
- Henry: "Ich wusste ja, sie erwischen uns."
- Will: "Noch sind wir nicht geweiht. Wart' erstmal ab."
- Henry: "Wozu den?"
- Gehilfe (B) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "<irgendwas_französisches (12)>"
Beanpole betritt das Verlies und hat einen Korb und eine Laterne dabei. Er gesellt sich zu Henry und Will. Er entnimmt eine kleine weiße Decke, Brot, Tomaten und ein Stück Käse.
- Henry: "Was sind den das für Dinger, vor seinen Augen?"
- Will: "Weiß ich nicht. Wir könnten ihn erledigen."
- Henry: "Der Schlüssel steckt in der Tür."
- Beanpole: "Da patroliert eine Wache, die ganze Zeit über. Vor meinen Augen? Französisch nennen wir das Lünette, "kleine Monde". Meine Augen sind schwach. Ich hab' sie selbst gemacht. Esst."
- Henry: "Wieso kannst du so sprechen wie wir?"
- Beanpole: "Hab' ich mir selbst beigebracht. Aus Büchern und mit Seeleuten, die von drüben hergekommen sind. Ich bin von hier, aus der Nähe. Trinkt."
- Will: "Du... du... du bist nicht geweiht?"
- Beanpole: "geweiht? Kappe? La Calotte? Nein."
- Will: "Wir auch nicht!"
- Beanpole: "Nein?"
- Will: "Warum bist du nicht geweiht? Du bist älter als wir."
- Beanpole: "Ich bin siebzehn. Ich bin ein Erfinder..."
Beanpole zeigt ihnen seine selbgemachte Brille.
- Beanpole: "...wie ihr hier seht. Wenn ich mal geweiht bin, dann erfinde ich niemals mehr. Da gibts kein Geheimnis. Nie mehr Neugierigkeit."
- Henry: "Das heisst 'Neugier'."
- Beanpole: "Dankesehr. 'Neugier'."
- Henry: "Wie konntest du ihnen entkommen?"
- Beanpole: "Indem ich sagte mein höchster Wunsch wäre die Weihe. Und dann an dem Tag war ich plätzlich krank... dachten sie."
- Will: "Uns beide wollen sie nun morgen weihen."
- Beanpole: "Ja... Wohin wolltet ihr, bevor sie euch erwischten?"
- Will: "Wir hörten von einem Ort im Süden, wo man nicht geweiht wird. Keine Dreibeiner."
- Beanpole: "Die Dreibeiner sind doch überall, denk ich..."
- Will: "Aber nicht im Gebirge."
- Beanpole: "Ja, da sind Gebirge im Süden. Hab' ich gehört. Man kann sich da verstecken."
- Will: "Und freie Menschen leben da. Menschen ohne Weihe."
- Henry: "Das Weiße Gebirge."
- Beanpole: "Wie wollt ihr den Weg finden?"
- Will: "Ich hab' 'ne Karte."
- Henry: "Wie können wir ihm trau'n?"
- Will: "Na wenn nicht, dann werden wir eben morgen früh geweiht."
Will übergibt die Karte an Beanpole.
- Beanpole: "Diese Karte ist sehr ungenau. Da wimmelt es nur so von Dreibeinern. Es wäre besser da zu gehen und danach dort entlang."
- Will: "Wenn... wenn du uns zu fliehen hilfst, kannst du mit komm'."
- Beanpole: "Das hatte ich gehofft. Ich warte seit langem auf jemand, wie euch. Franzosen wären ja besser, aber..."
- Henry: "Aber wie kannst du uns helfen?"
- Beanpole: "Ich werde erstmal zurück gehen. Die Tür, lasse ich ohne den Schlüssel... aber nicht gedreht."
- Henry: "Unverschlossen."
- Beanpole: "'Unverschlossen', ja. Dies Wasser da in der mitte, ist der einzige Weg, hinaus. Es führt durch Tunnels zum Strand. Ihr müsst genau auf die Schritte der Wache achten und im richtigen Augenblick gehen. Das Wasser ist nicht sehr tief, aber ihr müsst euch unten halten, weil immer ein Wächter aufpasst. Ihr braucht einmal dies und... ähh, und dies."
Beanpole übergibt eine Kerze und ein Päckchen Streichhölzer an Will.
- Beanpole: "Ich warte am Strand auf euch. Falls man euch fängt, werde ich allein geh'n. Gebt mir also die Karte. Ihr müsst Vertrauen haben.
Will schaut zu Henry. Henry nickt zustimmend in Wills Richtung. Will übergibt die Karte an Beanpole, der sie sogleich in seinen Korb verstaut.
- Henry: "Wie ist dein Name?"
- Beanpole: "Mein Name? Ich bin Jean-Paul."
- Will: "Will!"
- Henry: "Henry!"
- Beanpole: "Jean-Paul."
- Henry: "Hehe, das klingt wie Beanpole."
- Beanpole: "Beanpole? Aha, für 'Bohnen eine Stange. Beanpole!'.
Die drei schütteln sich die Hände.
Jean-Paul verlässt das Verlies und zieht die Tür hinter sich zu, lässt die Türe jedoch unverschloßen.
- Beanpole: "Beanpole... eh..."
- Gehilfe (A) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant): "Ehy!"
Gehilfe (A) des Schwarzer Gardist (Calais, Sergeant) winkt Beanpole zu sich her und untersucht den Korb. Er entnimmt einen Apfel. Beanpole verlässt den Raum.
Henry und Will schleichen vorsichtig aus dem Kerkerverlies und begeben sich leise in die Kanalisation. Sie entzünden die Kerze mithilfe der Streichhölzer und flüchten.
Will und Henry erreichen den Strand und treffen auf Beanpole. Die Reise geht weiter...